Meditation pur


Das, was die meisten unter Meditation verstehen, ist in der Regel Konzentration. Genauer gesagt sogar nur das Bemühen um Konzentration. Dieses Bemühen kann schließlich zum Erfolg führen, sodass wir uns tatsächlich länger fokusieren können ohne uns ablenken zu lassen. Geschieht dies über einen langen Zeitraum kontinuierlich, führt das zur sogenannten Einpünktigkeit (Ekagrata).

Erst jenseits dieses Punktes findet Meditation statt.

 

Meditation ist nicht etwas das wir tun können, nein, sie kann geschehen, wenn wir die Voraussetzungen dafür herstellen. Es ist ein bisschen wie Einschlafen - auch das können wir nicht tun, aber wir können ideale Bedingungen dafür schaffen (Licht ausmachen, vorher keinen Kaffee trinken, keine aufregenden Filme ansehen und ähnliches). Als Folge davon kann Einschlafen geschehen, muss es aber nicht.

Bei der  Meditation ist es genauso - wir versuchen die Bedingungen herzustellen damit sie geschehen kann, oft gelingt das, muss es aber nicht.

 

In der Sprache des Yoga wird das, was wir herkömmlich als Meditation bezeichnen, genauer differenziert. Den Prozess vor der Einpünktigkeit nennt man Dharana, diesen Abschnitt kennen alle Meditierenden. Der Zustand nach der Einpünktigkeit wird als Dhyana bezeichnet.

Überraschenderweise kennen auch das fast alle Meditierenden und nicht nur die, sondern fast jeder Mensch hat schon einmal Dhyana erlebt. Beim Sport, in der Natur, überraschend bei einem Spaziergang im Wald, ... ein Gefühl des Einsseins mit Allem, ein wohliges Einverständnis mit dem, was gerade ist, ein tiefe Zufriedenheit, ein Glücksgefühl, ... mit solchen Worten wird es meist beschrieben.

 

Die Meditationspraxis ist das Übungsfeld, diesen Zustand der Aufgelöstheit, des Alleinsseins, bewusst herzustellen.